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"Es sind vielleicht nicht die hellsten Köpfe, die die FPÖ wählen", so beginnt Conrad Seidl seinen Artikel im linksliberalen "Standard" und demonstriert damit gleich zu Beginn seine eigene intellektuelle Unzulänglichkeit. Denn das Thema des Artikels lautet: Wie man freiheitliche Wähler zurückgewinnen kann. Ein klassisches Eigentor.
Doch auch abgesehen von dieser Wählerbeschimpfung schreibt Seidl kaum Relevantes. Stattdessen bemüht er die bereits tausendmal durchgekauten Erklärungsmuster und Phrasen: Fehlende Anerkennung, Neid, Pessimismus - und natürlich darf auch der Verweis auf Jörg Haider, der das alles so gut "ausgenutzt" hätte, nicht fehlen. Wenig originell und auch nicht wirklich intelligent.
Was Seidl nicht begreift: Das "Ausländerthema", wie er den Themenkomplex von Migrationskrise bis hin zu Bevölkerungsaustausch nennt, ist eben keine durch Ressentiment und Bösartigkeit verursachte Einbildung, sondern bittere Realität, deren Konsequenzen immer mehr Österreicher zu spüren bekommen.
Wo kann ich meine Kinder noch guten Gewissens auf die Schule schicken? Kann ich meine Tochter nachts alleine nachhause gehen lassen? Welche Gegenden meide ich um eine späte Uhrzeit besser?
Das sind konkrete Fragen, die Menschen in diesem Land beschäftigen. Ganz zu schweigen von der steigenden Migrantengewalt, dem islamistischen Terror im eigenen Land und der Moschee ("Gebetsverein) oder dem Asylheim ums Eck. Der Umstand, dass sich Seidl in seinem Leben mit solchen Problemen bislang nicht auseinandersetzen musste, ändert nichts an deren Existenz.
Doch darum geht es Seidl ohnehin nicht, wie sein Eingangssatz entlarvt. Als Journalist ist er Teil einer selbstverliebten und abgehobenen Kaste, die den Bezug zur Lebensrealität ihrer Mitmenschen längst verloren hat. Anstatt sich mit Problemen konkret auseinanderzusetzen, ergehen sie sich in ungefragten volkspädagogischen Belehrungen, in abstrakten Denkspielen und ahistorischen Verweisen a la "Wien war immer schon multikulturell", die ihre eigene Denkfaulheit demonstrieren.
Und als wäre die Wählerbeschimpfung zu Beginn noch nicht genug gewesen, reicht der "Standard" folgende Begründung für den Ausrutscher Seidls nach:
"Hinweis: In einer ersten Version war davon die Rede, dass vielleicht "nicht die hellsten Köpfe", die FPÖ wählen. Der Autor bezog sich auf die Studie, wonach nur elf Prozent der Wähler und Wählerinnen mit Maturaniveau oder aufwärts die Freiheitlichen gewählt haben. Wir haben den Text aktualisiert."
Damit ist im Grunde auch schon alles gesagt: Wer allen Ernstes glaubt, ein Bildungsabschluss wie "die Matura" - die einem im Jahr 2023 ohnehin nachgeschmissen wird - habe etwas mit der Fähigkeit zu tun, die politische Situation im Land beurteilen zu können, richtet sich selbst.
"Seidl selbst kann man angesichts dieser Entgleisung nur raten, künftig öfter zum Radler zu greifen, ehe noch mehr Gehirnzellen einen alkoholbedingten Abgang machen." (Heimatkurier)
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BY Philipp Huemer
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